Die in Vorbereitung der Antragstellung durchgeführte Machbarkeitsstudie konnte u. a. feststellen, dass das “Tissue Engineering“ einen Zukunftsmarkt darstellt! Die interdisziplinäre Zusammenarbeit medizinischer, biologischer, biochemischer und technischer Wissensgebiete zur Herstellung von Zellgewebe (Knorpel, Leber, Haut, Nerven u. a. m.) setzt die Verfügbarkeit sehr spezieller und komplizierter Apparaturen voraus, die vielfältig geregelt und überwacht werden müssen.
Die technische, technologische, mess-, regel- und apparatetechnische Realisierung von „Tissue Engineering“ - Verfahren einschließlich der Anlagentechnik, der Diagnostik und der entsprechenden Logistikprozesse bilden den Gegenstand des angestrebten Netzwerkes „DIALOG - Tissue Engineering“.
In der Region Leipzig existiert eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen (kmU) in den Gebieten Feinwerk- und Messtechnik, Apparatetechnik, Sensorik, Informationstechnologie, biochemischer Analytik und Automatisierungstechnik, die bereits damit beschäftigt sind oder in naher Zukunft planen, Ausrüstungen für „Tissue Engineering“ - Verfahren herzustellen.
Mit dem Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig, dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) sowie der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig verfügt die Region Leipzig über ein international ausgewiesenes Forschungs- und Erfahrungspotenzial in den Bereichen der medizinischen, biologischen und ingenieurtechnischen Grundlagen des „Tissue Engineering“.
Durch Kooperation von Wissenschaft und kmU der Region bereits in der Entwicklungsphase/ Entstehungsphase zu erreichen, dass die Ergebnisse und das Wissen der Grundlagen- und angewandten Forschung unmittelbar in neue Anwendungen und Produkte einfließen, ist ebenfalls Anliegen (Vision) des Vorhabens „Netzwerk DIALOG - Tissue Engineering“.
Das Ziel des Netzwerkes besteht darin eine Plattform von Kompetenzträgern für Kooperationen unterschiedlicher wissenschaftlicher, technischer und technologischer Partner zu bilden, um als Anbieter von Systemen aufzutreten und um neue Marktsegmente im Umfeld von Entwicklungen des „Tissue Engineering“ (TE) zu erschließen. Das Zusammenführen unterschiedlicher wissenschaftlicher, technischer, technologischer und logistischer Kernkompetenzen der kmU für neue Produkte der Region Leipzig/Sachsen soll zur Nachhaltigkeit der Beziehungen der Netzwerkpartner beitragen. Dabei sollen Wachstumspotenziale aus vorhandenen Kompetenzen erschlossen, genutzt und ebenso sollen neue Produkte daraus generiert werden.
Eine Hilfe zur Lösung dieser Problematik und zum Aufbau und Entwicklung neuer Handlungs- und Gestaltungsfelder für ausgewählte Unternehmen der Region bzw. darüber hinaus soll das Netzwerk „DIALOG - Tissue Engineering“ bieten. Das Netzwerk zielt auf die Schaffung einer thematischen Leitkompetenz in der Region bei gleichzeitiger Ausstrahlung auf benachbarte Regionen ab. Angestrebt wird der Aufbau einer regionalen Kooperations-, Wissenschafts-, Innovations- und Vermarktungsplattform und -struktur zur aktiven und systematischen Erschließung des regionalen Kooperations-, Verbesserungs- und Innovationspotentials. Damit soll, anknüpfend an die Traditionen des Standortes Leipzig für chemischen Apparate- und Anlagenbau sowie Feinwerk- und Messtechnik, die derzeitige Leistungsfähigkeit der Region signifikant verbessert werden.
Auf dem Wege der Entwicklung von Produkten des Tissue Engineering mit Hilfe der durch die Netzwerkteilnehmer hervorzubringenden technisch - technologischen Basis liegt ein Aufgabenschwerpunkt darin, in einem regionalen interdisziplinären Verbund von produzierenden Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Engineering-Firmen und relevanten Dienstleistern innovative und marktfähige Produkte, Systeme und Verfahren zu entwickeln sowie deren Erprobung und Diffusion am Markt gleichermaßen zu verfolgen.